"The making of" Schliessen 

Ich verwende 2 Materalien: Einerseits für die Damastschnallen, echten selbst hergestellten Damaststahl (echter Damast, kein künstlich maschinell hergestellter bei dem sich jeder Japanische Messerkünstler im Grabe umdrehen würde) und andererseits besten Deutschen rost- und säurebeständigen Stahl 1.4436 kalt gewalzt (zum Unterschied zum viel günstigeren normalen rostfreien warmgewalzten Stahl 1.4301). In der Beschreibung möchte ich beide Schliessen gleichzeitig erklären, da die meisten Arbeitsschritte gleich oder sehr ähnlich sind.

 

 Schritt 1 Schmieden des Damaststahles

(bei den Niroschliessen fällt dieser Schritt natürlich aus). Ich nehme mehrere Flachstähle (z.b. 5 Stk. a 30mm x 5mm x 150mm) und lege diese übereinander und verschweiße diese. Durch das Schmieden wird dieses Teil nach und nach dünner und gleichzeitig länger, bis ich ein Teil habe, dass nur mehr ca. 10mm dick aber ca. 400mm lang ist. Dieses Teil falte ich in der Mitte und es entsteht ein 200mm langer  ca. 20mm dicker Flachteil mit ca. 10 Lagen, der wieder in die Länge geschmiedet wird. Das wird immer wieder wiederholt bis das Teil aus so ca. 300 Lage besteht und fertig ist der rohe Damaststahl. Leider habe ich hier oft Ausschuss, da sich nicht immer alle Lagen sauber untereinander verbinden und der Stahl „aufblättert“.

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 Schritt 2 Aufzeichnen der Kontur

Beim fertigen Damaststahl sowie beim 1.4436-Stahl wird die Kontur der 22mm, der 24mm und der 26mm Schliessen aufgezeichnet. Beide Rohmateralien haben eine Stärke von ca. 5mm. Für die Dorne verwende ich entsprechend selbes Material, allerdings ca. 4mm stark. Auch diese Kontur wird genau aufgezeichnet.

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 Schritt 3 Herausschneiden der Kontur

Das ist der zeitintensivste Arbeitsschritt. Mit der Bandsäge wird die Kontur so genau wie möglich herausgeschnitten. Naja..was soll ich sagen..jede 5. Kontur verhaue ich leider.

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 Schritt 4 grobes Schleifen der Konturenkanten

Die einzelnen rohen Teile haben grobe Schnittflächen. Diese werden mit Hilfe einer Bandschleifmaschine sauber grob vor verschliffen.

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 Schritt 5 grobes Schleifen der Konturoberflächen

Die rohen Oberflächen der Schliessen werden mit der Flächenbandschleifmaschine relativ sauber verschliffen.

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 Schritt 6 Entgraten der Kanten

Ich breche die Kanten mit einer kleinen Handschleifmaschine. Somit sind die Schliessen und Dorne grob fertig

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 Schritt 7 Anzeichnen und Körnen der Löcher für die Bolzen

Die Stirnseite wird mit Farbe versehen und mit der Anreißnadel genau mittig angerissen. Mit dem Handkörner wird genau im Abstand von 5mm eine Kerbe eingeschlagen. Der exakte Punkt and dem später sauber gebohrt werden kann. Auch die Dorne müssen so angezeichnet und gekörnt werden.

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 Schritt 8 Biegen der Schliessen

Damit sich die Schliesse schön an das Handgelenk anschmiegen kann, muss diese genau gebogen werden. Mit der hydraulischen Presse und entsprechenden Stempel wird so lange der Druck auf eine bestimmte Tiefe ausgeübt, bis sich die Schliesse wie gewünscht biegt. Dazu muss ich einige Probestücke opfern bis ich die richtige Einstellung gefunden habe. Auch hier habe ich leider Ausschuss, da mir jede 3.-5. Damastschnalle bricht.

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 Schritt 9 Bohren

Die Schliessen werden einzeln eingespannt und auf der einen Seite mit einem 3,2mm Bohrer und auf der anderen Seite mit einem 2,5mm Bohrer gebohrt. Nach dem Bohren wird sauber mit einem Senker entgratet. Dasselbe wird auch mit den Dornen gemacht.

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 Schritt 10 Gewinde schneiden

Da ich nur die hochwertigsten Schliessen machen möchte, ist es meiner Meinung nach notwendig mit Schraubbolzen zu arbeiten. Die viel einfachere Version wäre mit ogenannten FederstiftenStiften. In das Loch mit der 2,5mm Bohrung wird per Hand exakt senkrecht ein M3 Gewinde geschnitten. Wenn das nicht genau gerade wird und die beiden Löcher nicht fluchten, kann später kein Bolzen eingeschraubt werden, und wieder habe ich Ausschuss zu verbuchen.

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 Schritt 11 Schräge feilen

Damit sich später das Lederband schön and die Schliesse schmiegen kann und vor allem das
Leder nicht verletzt wird, muss die innere Kante sauber schräg abgefeilt werden. Wenn jemand schon einmal Niro-Stahl mit der Feile per Hand bearbeitet hat, weiß wovon ich spreche..von viel schweißtreibender Arbeit. Auch die Innenseiten der U-förmigen Schnalle wird auf das genaue Mass von 24,5mm bei einer 24mm-Schliesse abgefeilt; immer um 0,5mm breiter als das Standardmass damit das Lederband später nicht verletzt wird und schön Platz hat.

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 Schritt 12 Dorn feilen

Die genaue Kontur der Dorne wird per Hand mit der Feile gemäß der angezeichneten Kontur so lange bearbeitet bis der Dorn seine endgültige Form bekommt. Damit auch die Breite genau passt wird gelegentlich auch mit der Bandschleife nach geholfen. Nach vorne wird der Dorn etwas zugespitzt. Die komplette Form des Dorns wird also per Hand mit Feile und Schleifmaschine erzielt.

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 Schritt 13 grobes Schleifen

Mit speziellen Schleifscheiben wird nach und nach immer feiner die Oberfläche verschliffen. Zuerst die Kanten, dann die Innenseite (mit einer kleineren Scheibe) und dann die Oberfläche selbst. Dasselbe mache ich auch mit den Dornen.

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 Schritt 14 Drehen der Bolzen

Ich verwende Niro-Stahl 1.4436 auch für die Bolzen im Durchmesser von 4mm. Diese werden mit der Drehmaschine auf 3mm abgedreht. Sauber die Phasen angebracht und entsprechend der gewünschten Längen abgelängt.

 

Schritt 15 Bolzen Gewinde schneiden

Per Hand wird ein ca. 4mm langes M3 Gewinde auf einer Seite des Bolzen geschnitten, Die andere Seite wird per Hand leicht eingeschnitten, damit man später mit dem Schraubendreher den Bolzen leicht in die Schliesse schrauben kann.

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Schritt 16 Feines Schleifen

Mit einer Fäxherschleifscheibe behandle ich die gesamte Oberfläche solange bis ein seidenmatter Glanz entsteht.

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Schritt 17 Endschleifen „gebürstete Oberfläche“

Mit einer speziellen Schleifscheibe behandle ich die Oberfläche und Kanten der Schliessen und Dorne solange, bis ich den gewünschten „gebürsteten Look“ erzielt habe. Soll die Schliesse hochglanz poliert werden, muss ich später mit 2 verschiedenen Schleifscheiben und Polierpasten solange polieren bis der Hochglanzeffekt erzielt ist.

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 Somit wäre nach Zusammenbau die Schliesse Design „schwere Ausführung Niro gebürstet oder poliert“ fertig. Ich mache auch Schliessen mit anderen Konturen wie beispielsweise „Torpedo“ oder „Torpedo negativ“. Die Arbeitsschritte sind dieselben nur die Kontur etwas komplizierter und arbeitsintensiver.

 

Bei den Damastschnallen geht’s mit der Arbeit etwas weiter:

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Damit die schöne unregelmäßige Oberfläche der Damaststähle voll zur Geltung kommt, kann die Schliesse für bestimmte Zeit in ein Säurebad gelegt werden. Durch die unterschiedlichen Stähle, die mit ein geschmiedet wurden, wird unterschiedlich mehr oder weniger Material abgeätzt, dadurch entsteht eine leichte unebene Oberfläche und wunderschöne typische Damaststruktur. Nach dem Ätzbad poliere ich nochmals die Oberfläche und versiegle diese zum Schutz mit einer dünnen Schicht Autoklarlack. Nach dem Zusammenbau ist auch diese Schliesse fertig.

   

Wie man hoffentlich gut erkennen kann ist die Fertigung solcher Schliessen mit viel Arbeit verbunden. Aus diesem Grund kann und möchte ich nur ganz geringe Stückzahlen herstellen. Mehr als 5 Schnallen pro Art und Dimension sind mir nicht möglich. Man bekommt so ein wirkliches Unikat, welches Leben hat und limitiert ist...nicht jeder hat so ein Teil und nicht jeder wird so eine Schliesse tragen können.

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