Schliessen aus Mokume Gane und Damast ätzen

Da ich zuletzt Beiträge über „making of“ Schließen aus Spezialstahl und aus Mokume und Damaststahl eingestellt habe, dachte ich mir, mich dieses mal mehr mit dem Thema des Ätzens zu beschäftigen.
Da ich gerade wieder eine Serie von ganz ausgefallenen Schließen fertig gestellt habe, hat der Zeitpunkt zur Dokumentation genau gepasst.

Ätzung der Tiefe damit die Oberfläche eine schöne Struktur bekommt und Ätzung zur schönen Farbgestaltung.
Ich verwende zur Tiefenätzung Schwefelsäure und Eisendreichlorid und zur „Farbätzung“ Eisendreichlorid und Kaffee.

Nach langen Versuchen haben sich folgende Arbeitsschritte als am besten erwiesen:
Ätzung von Schließen aus Damast:
Die Dinger werden nahezu fertig mechanisch bearbeitet

-Schmieden der Platten.

 

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-Fräßen auf Maß und abschleifen der Oberfläche

-Ausschneiden der Rohlinge per Wasserstrahl
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-Damaststahl normal ca 400 Lagen
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Mokume ca 100 Lagen
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rostfreier Damaststahl ca 200 Lagen
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-Abfräßen der Dorne auf 4mm, fräßen der Spitze und bohren des Lochs

-Fertigung des Bolzens mit Gewinde M3 und gefräßten Schlitz

-Abfräßen der hinteren Schräge damit später das Band geschmeidig durch die Schließe gleiten kann.
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-Biegen der Schließe. Das ist ein wichtiger Arbeitsschritt damit die Schließe eine schön gebogene Form hat und sich dem Handgelenk anpasst.
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Fräßen der Schenkelenden damit diese schön abgerundet ist; ein unbehandelter gerader Abschluss könnte an der Hand störend wirken.
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-Bohren der Löcher 2mm

-Scheuern ca 8 Stunden

-Schleifen mit 5 Schleifscheiben


Und jetzt Ätzen:
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-Einlegen der Teile in das Schwefelsäurebad. Die Dinger bleiben so lange in der Säure bis die gewünschte Tiefe der Struktur erreicht ist. Das kann je nach Konzentration der Säure, Temperatur und Wunsch der Tiefe bis zu 8 Stunden dauern!
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Ich verwende Damaststahl mit 2-3 unterschiedlichen Stählen und bis zu 400 Schichten. Es gibt verschiedene
Oberflächen wie Rosendamast, wilder Damast, Zebradamast usw.
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-Reinigung der Teile am besten mit Seifenlauge.
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Jetzt geht’s wieder an die mechanische Bearbeitung.
-Bohren des 3mm Loches und schneiden des Gewindes M3
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Und wieder Ätzen: dieses mal um eine schöne Oberfläche zu erhalten.
Durch das Ätzen mit Eisendreichlorid entstehen in den Tiefen der Struktur dunkle Stellen.
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Denselben Effekt erzielt man mit Kaffee. Allerdings dauert das viel länger (über 3 Tage). Mit Eisendreichlorid geht das viel schneller, allerdings besteht die Gefahr, dass auch das Gewinde weg geätzt wird.

Ich verwende 2 Arten von Damaststahl:
„normalen“ Damast, der aus nicht rostbeständigen Stählen besteht und rostfreien Damast der aus rostbeständigen Stählen hergestellt wurde.
Übrigens: In Europa gibt es keine handvoll Schmieden die echten rostfreien Damast herstellen können
(deshalb auch die unglaublichen Preise). Welcher Damast nun gewünscht wird, ist Geschmackssache.
fertig geätzte Schließen aus rostfreiem Damaststahl:
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Aber damit der rostfreie Damaststahl wirklich rostfrei ist, muss noch gehärtet werden.
Also müssen die Schließen noch in den Härteofen und in Öl abgeschreckt werden.
Dann:
Schleifen mit Stahlwolle oder Bürsten mit Stahldrahtbürste oder Scheuern in der Scheuermaschine oder Glasperlenstrahlen

Während dieser über 20 Arbeitsschritte entsteht natürlich auch Ausschuss.
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Nur ca. 75% der Rohlinge schaffen es zur fertigen Schließe.
Und jedes Ding ist 100% in Deutscher-Österreichischer Handarbeit (und nicht in Fernost, oder eventuell sogar von Kindeshand, billigst) gefertigt und ein absolutes Unikat.
Keine Schließe gleicht der anderen.



Schließen aus Mokume Gane
Die Fertigung selbst ist im Prinzip gleich wie bei der Damastschließe.
Beim Ätzen verwende ich allerdings keine Schwefelsäure sondern nur Eisendreichlorid und zum Farbätzen Kaffee.

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